Öffnungszeiten Rosenpark
1.Mai - 15.Oktober
Freitags von 14-17.30 Uhr
sowie im Juni und Juli zusätzlich
Mi, Fr, Sa 14-17.30 Uhr
und nach Vereinbarung
Tel. 0171-3704287

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Rosenpark Reinhausen
37130 Reinhausen
Rosental
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Kommt, laßt uns Rosenkinder machen!

Natürlich ist die „Herstellung“ neuer Rosensorten eine ernste kostenintensive Arbeit für Profis. Dort werden hunderttausende von Sämlingen gezogen pro Jahr, die vorher nach allen Regeln der Kunst künstlich befruchtet worden sind. Und von denen bleiben dann vielleicht etwa 5 Stück, die eine wirkliche, angemeldete und vermarktete neue Sorte werden. Deshalb denken wir Garten- und Rosenliebhaber doch schnell mal, das wäre uns nicht möglich.
Meist ist es sogar noch schlimmer, was unter uns so gedacht wird – ich denke manchmal, mit den Rosenkindern ist es so wie mit der lila Kuh – daher kommt die Milchschokolade. Und Rosenkinder – keiner weiß woher die kommen und schon gar nicht, dass man die machen kann, wie man seine Radieschen und seinen Salat und seine Gretel im Grünen macht: aussäen!
Nun gibt es viele verschiedene Methoden, mit dem Säen zu verfahren. Man kann sich das vielleicht ähnlich vorstellen wie bei Gurken – manche säen sie einfach direkt ins vorbereitete Land im Freien und ernten dann oder ernten auch nicht leckere Gurken. Andere ziehen ihre Gurken schon früh im Warmen vor, damit sie eine frühere Ernte erhalten. Wieder andere gar veredeln ihre kostbaren Gurken auf andere Unterlagen, um sie wüchsiger zu machen.
Solche Abstufungen, und zwar viele, gibt es natürlich auch beim Rosenaussäen. Zwei dieser Möglichkeiten möchte ich hier gern vorstellen, weil die eine leicht zu machen ist und Lust auf mehr macht und weil die andere schon etwas ernsthafter und intensiver ist und diejenigen ansprechen wird, die es immer etwas genauer nehmen und einen kleinen Hang zum „Wenn, dann richtig“ haben. Für die Perfektionisten unter den zukünftigen Rosenschöpfern hier gibt es dann nur noch links...

Also gut, es war einmal eines Frühlings (ich denke es war etwa 1995) da ging ich zum Rosenschneiden in den Garten und sah mir die zahlreichen Hagebutten an, die noch an den Enden der Zweige saßen. Ich hatte gerade Radieschen im Frühbeet gesät und Salat in Schalen und hatte diesen Aussä-Blick noch nicht abgeschaltet. Also gab ich meiner Neugier nach und pulte diese dunklen, eingeschrumpelten, aber etwas schmierigen Hagebutten aus. Es waren Hagebutten der Rose „Hansa“. Und da kamen tatsächlich zahlreiche Kerne zum Vorschein. Ich nahm die Kerne von 3-4 Hagebutten und säte sie in einem Gefäß aus, stellte es draußen in eine Ecke und hatte sie auch schon vergessen.
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Vier Wochen später, als ich mal wieder am Räumen war, fiel mir die Schale in die Hände. Ich nahm sie mit dem Rest der pikierten Salatpflanzen etc. ins ungeheizte Gewächshaus, denn wir haben in unserem Haus keinen so hellen und warmen Platz, dass es fürs Aussäen wirklich reichte. Ganze 5 Tage später keimte dort etwas in meiner Schale. Da ich keine Aussaaterde genommen hatte und schon einmal beim Umräumen das gekeimte Unkraut entfernt hatte, war ich schnell versucht, dieses Unkraut auch auszumerzen. Aber in der Regel kenne ich meine keimenden Unkräuter. Dieses Gebilde jedoch hatte ich noch nie gesehen. Es hatte zwei dunkelgrüne, dicke, glänzende, gewölbte Keimblätter. Ich dachte, es könne – außer einer Rose – vielleicht ein Gehölzsämling sein. Beim noch genaueren Betrachten entdeckte ich die winzigkleinen stacheligen Härchen an den „Beinen“ des Sämlings. Sofort war ich der Überzeugung, dass es ein kleines Rosenkind sei. Und, was soll ich sagen: es stimmte ;-). Fünf kleine Rosenkinder erblickten noch das Licht der Welt in dem Jahr, bevor sehr schnell mit dem Ende meiner Sä-Saison das Ende meiner Fürsorge kam, das Gefäß austrocknete und es war vorbei mit der Keimung der Rosenkinder.
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Die kleinen Hansakinder wurden große Sträucher, zumindest zwei davon, die anderen waren schon davor meiner mangelnden Fürsorge, die auch aus dem Mangel an Platz entstanden war, zum Opfer gefallen. Nach Jahren habe ich die beiden Rosen verschenkt.

Noch einfacher ist es, die Nüsschen im Freien auszusäen und feucht zu halten. Das sollte aber weniger im Gemüsebeet oder an anderen Plätzen, die dem Wandel unterliegen, geschehen, denn es kann durchaus sein, dass ein weiterer Teil der Nüsschen im darauf folgenden Jahr noch keimt.
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Als ich mehr Platz bekam bzw. mir einen zweiten Garten suchte, kam die Rosenaussaat mir wieder in den Sinn. Außerdem hatte ich inzwischen so viele schöne meist ungeschnitten gebliebene Rosen, die sich selbst munter im Laufe der Blütezeit kreuzten, und infolgedessen so viele potentielle, wunderschöne, nie geborene Rosenkinder, dass ich mir dachte: ach, mach doch mal wieder ein paar Rosenkinder!
Nun waren hier auch etliche empfindlichere Rosen, Teehybriden zum Beispiel und öfterblühende Strauchrosen dabei. Nun ist es so, dass im Laufe des Winters in den Hagebutten Stoffe gebildet werden, die die rasche Keimung der Rosennüsschen verhindern. Dies kann man umgehen, indem man die Hagebutten, wenn sie denn reif sind oder wenigstens gut auf dem Wege der Reifung, im Herbst vor den ersten stärkeren Frösten erntet, noch ein wenig kühl, nicht zu feucht und nicht zu trocken lagert, auspellt und die Nüsschen dann 4-6 Wochen bei ca. 4-8 Grad in den Kühlschrank tut. Damit (mit dieser sogenannten Stratifizierung) umgeht man die Freisetzung der keimhemmenden Stoffe, aber ermöglicht den zur Keimung häufig nötigen Kältereiz. Im Kühlschrank haben sich bei mir zwei Verfahrensweisen bewährt. Die erste ist, in kleinen verschließbaren Dosen auszusäen in ein Sand-Aussaaterde-Gemisch und diese Dosen in den Kühlschrank zu stellen. In diesen Dosen können sie dann bis zum Pikieren weiterkultiviert werden, indem man diese Schalen dann einfach warm stellt, und, wenn sie gekeimt haben, auch hell. Die andere, Platz sparende Alternative, die ich inzwischen vor allem anwende, ist, die verschiedenen Nüsschen in sehr wenig feuchten scharfen Sand zu tun, in einer kleinen sorgfältig verschlossenen Plastiktüte dann im Kühlschrank zu verstauen und – bei beiden Methoden wichtig – regelmäßig in diesen Kühlschrankwochen zu untersuchen, ob nicht ein paar voreilige Keimlinge schon im dunklen Kühlschrank auf Licht warten.
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Haben sich dann nach einigen Tagen oder Wochen die kleinen stachelbeinigen Nachkömmlinge eingestellt, sollte man sie vorsichtig pikieren, sobald sie nach den Keimblättern das erste Blattpaar schieben oder geschoben haben.
Topfkultur bei schwachwachsenden Röschen, bis sie draußen allein zurechtkommen, sonst kann man sie, wenn man sie beobachtet, auch schon rauswerfen, wenn sie so 10 cm Größe haben.
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Nachkömmlinge von einmalblühenden Rosen wie Gallicas sind am einfachsten zu ziehen, brauchen aber meist ein paar Jahre, bis sie blühen, manchmal sind sie auch schneller und blühen schon im zweiten Jahr. Ramblersämlinge sind sehr einfach zu ziehen, sie sind sehr fruchtbar, können aber zwischen 3 und 7 Jahren brauchen, bis sie das erste Mal blühen.
Bei Nachkommen von „Edelrosen“ kann man sich schon mal erschrecken, wie schnell das geht mit der Blüte. Manchmal zeigen sie die erste Blüte, wenn sie gerade mal 10 cm hoch sind!
Noch ein Wort zur ersten Blüte oder zum ersten Blütenjahr – nur eine Andeutung, was daraus werden kann, ist die erste Blüte. Die Farbe kann man erahnen, aber die Blüten sind z.B. meist weniger gefüllt als sie später sein werden.
Als letztes noch der Hinweis, dass die Chance, dass aus einem Nüsschen eine Rose wird, mit der Perfektion der Aussaat zunimmt. Also kann man sagen, je weniger Arbeit man sich macht, desto mehr Hagebutten sollte man nehmen. Ich schätze mal, dass bei dem Aussäen von einigermaßen robusten Rosen im Freiland gegenüber dem Aussäen im behüteten, desinfizierten, stratifizierten und antifungizierten Zustand etwa die doppelte Menge an Nüsschen nötig sind bei gleicher Ausbeute. Wenn Sie nach den ersten Erfolgen selber gezielt kreuzen wollen, wird es natürlich interessanter, diesen Aufwand zu betreiben, weil Sie dann eine erheblich geringere Menge an Hagebutten mit den gewollten Merkmalen haben als wenn Sie es just for fun und mit Neugierde auf die Zufallssämlinge tun. Und ganz zum Schluß sei noch gesagt, dass natürlich nur diejenigen von Ihnen Hagebutten ernten können, die auch mal ihre Finger, in denen sich eine Schere befindet, still halten, wenn sie eine verblühte Rosenblüte sehen...
Sehen Sie mal, es kann einem doch glatt in den Fingern jucken, was wohl daraus werden kann, oder?
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Und nun – viel Spaß beim Rosenkindermachen!

Ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen, aber – meine bisherigen Kinder werden ganz sicher keine ADR-Prüfung gewinnen und auch nicht als herausragende Neuzüchtungen prämiert werden – aber ich finde sie natürlich wunderschön und manche können auch mit anderen gekauften Rosen, die ich habe, durchaus mithalten. Und wenn Sie einverstanden sind, zeige ich Ihnen jetzt ein paar Bilder aus meinem